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Fritz Klimsch
Fritz Klimsch
(1870 Frankfurt a. M. - 1960 Freiburg)
"In Wind und Sonne". Originaltitel
Bronze, in dunklen, graugrünen T?nen patiniert, 1936. Signiert auf der Plinthe hinter dem rechten Fu? "F. KLIMSCH", am hinteren Plinthenrand Gie?erstempel "H.NOACK BERLIN". Wvz. Braun 176. Die vorliegende, gro?e Bronze "In Wind und Sonne" z?hlt zu den anmutigsten Aktstatuen des Bildhauers und wurde auch von Klimsch selbst rückblickend 1948 als "eine meiner sch?nsten Figuren" beschrieben. Bei der jungen Frau mit ihrer noch ganz jugendlichen Gestalt von fester K?rperlichkeit gelang es Klimsch die Figur vom starr Statuarischen zu befreien. In ihrer ganzen Natürlichkeit gibt sie sich frei und ungezwungen dem Erleben von Wind und Sonne hin. Hermann Braun pries sie in seinem Werkverzeichnis von 1991: "In kaum einem anderen Werk der drei?iger Jahre sind die sich absto?enden Pole 'Ruhe' und 'Bewegung' so kunstvoll und überzeugend miteinander verbunden worden. Das nur angedeutete Schrittmotiv ist - bevor es wirksam wird - in ein Standmotiv umgedeutet; die Bewegung ist ganz in die K?rperdrehung (...) verlagert. Der angewinkelte linke, in die Hüfte gestemmte Arm stützt diesen Ablauf (...). Dieser M?dchentyp ist gewiss nicht 'nordisch'; eigenartig das Antlitz: Es erscheint lieblich in der Seitenansicht, herb von vorn." (zit. nach: Braun, S. 382). Für die Plastiken Klimschs, besonders die der 1930er Jahre, sind ?sthetisch ausgewogene Proportionen immanent. Zugleich entsprach er hiermit, ob bewusst oder unbewusst, auch den Vollkommenheits-, Weiblichkeits- und Sch?nheitsidealen seiner Zeit. 1936 beteiligte sich Klimsch mit "In Wind und Sonne" am Kunstwettbewerb der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, 1937 wurde die Aktstatue auch auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. Die Gie?erei Noack führte seit 1936 mehrere Güsse aus, die sich heute in Privatsammlungen und in ?ffentlichem Besitz befinden. Eine davon steht seit 1975 im Botanischen Garten in Berlin, sie stammt vermutlich aus Staatsbesitz, m?glicherweise wurde sie von Klimsch 1943 selbst in die Auslagerung übergeben oder war 1936 einst im Garten des Reichsministerium für Volksaufkl?rung und Propaganda von Joseph Goebbels. Klimsch gilt neben Georg Kolbe als einer der bedeutendsten, figürlich arbeitenden, deutschen Bildhauer in der 1. H?lfte des 20. Jhs., der sich vor allem weiblichen Akten widmete. Reisen nach Italien und Griechenland pr?gten seinen Stil ebenso wie Auguste Rodin, Adolf von Hildebrand und Aristide Maillol. Mit Max Liebermann und Walter Leistikow gründete Klimsch 1898 die Berliner Sezession, auf deren Ausstellungen er regelm??ig vertreten war. 1921-1935 lehrte er als Professor an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Seine Erfolge w?hrend der Weimarer Republik konnte er auch im "Dritten Reich" fortsetzen, 1937-1944 war er regelm??ig auf der Gro?en Deutschen Kunstausstellung in München vertreten. H. 148 cm.
Provenienz: Aus dem Nachlass der Industriellen und Olympiasiegerin im Dressurreiten Gabriela Grillo (1952 - 2024).
Vgl./Lit.: Uli Klimsch: "Fritz Klimsch. Die Welt des Bildhauers", Berlin 1938, S. 52, Abb. S. 102/103; Walter Mangold: "Fritz Klimsch", in "Die Kunst für Alle", 55. Jahrgang, 1939/40, S. 108ff. Abb. S. 110; Egbert Delby: "Fritz Klimsch", Berlin 1942, S. 34 (mit Abb.); Hermann Braun: "Fritz Klimsch. Werke", Hannover 1980, Nr. 28, S. 72 (mit Abb. S. 73); Hermann Braun: "Fritz Klimsch. Eine Dokumentation", K?ln 1991, Nr. 176, S. 382-83, Abb. S. 228-29.
Ausstellungen (andere Exemplare): XI. Olympiade, Berlin 1936. Olympischer Kunstwettbewerb, 15.7.-16.8.1936, Kat.Nr. 138, S. 24 (dort unter dem Titel: "Entspannung"); Weltausstellung, Paris 1937; Sonderausstellung "Fritz Klimsch. Plastik", Ausstellungsgeb?ude Tiergartenstrasse 21a, Berlin, 26.3.-4.5.1938, Nr. 10.
Dark patinated bronze, 1936. Signed, Noack foundry stamp.
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